Volles Haus, maximale Energie und über 20 Instrumente im Heubacher Wohnzimmer: David Helbock, Johannes Bär und Andreas Schweigl zeigten eindrucksvoll, warum Random/Control zu den außergewöhnlichsten Formationen des europäischen Jazz gehört.

„Multiinstrumentalisten“ ist hier eine offensichtliche Untertreibung: Neben Klavier, Drums, Saxophonen, Trompeten, Flöten und Bassklarinette kamen so ziemlich alle erdenklichen Blasinstrumente zum Einsatz – dazu Alphorn (saulang!) und ein Didgeridoo (saukurz!).

Schon das erste Stück setzte die Messlatte ganz oben an: „African Marketplace“ von Abdullah Ibrahim – mit maximaler Energie und Spielfreude. Es folgten starke Eigenkompositionen, Stücke von Helbocks großen musikalischen Idolen und sogar Madonnas „Like a Prayer“ im unverwechselbaren Random/Control-Sound.

Im Zentrum immer wieder David Helbocks herausragendes Klavierspiel: rhythmisch komplex, mit wuchtigem Anschlag und einer unerschöpflichen Fülle an Ideen. Mal treibt er das Trio mit wuchtigen Akkorden und rasanten Läufen voran, mal lässt er mit wenigen Tönen plötzlich ganz neue Klangräume entstehen. Ein zusätzlicher Synthesizer erweitert dabei die Klangpalette mit Sounds, die dem Instrumentarium noch einmal eine völlig andere Farbe geben. Faszinierend, mit welcher Selbstverständlichkeit Helbock all das zusammenführt und dabei nie den roten Faden verliert.

Ein besonderer Höhepunkt: Aus einem alten Volkslied, mehr gejodelt als gesungen, schälte sich nach und nach „Mercy, Mercy, Mercy“ von Joe Zawinul heraus – eruptive Energieausbrüche inklusive.

Johannes Bär spielte Drums und Tuba gleichzeitig, beatboxte, als ginge es um sein Leben, spielte Trompete mit und ohne Mundstück und improvisierte mehrstimmig auf einem riesigen Alphorn, das gerade noch so ins Heubacher Wohnzimmer passte.

Andreas Schweigl spielte Sopran- und Tenorsaxophon gleichzeitig, wechselte zu verschiedenen Flöten und griff gerne mal zur Bassklarinette.

Und bei aller Virtuosität und allem Staunen über die instrumentalen Kunststücke: Das ist nie bloß Gaudi oder Show! Hinter all dem steckt ein ausgefeiltes musikalisches Konzept, und die Lust, aus unterschiedlichsten Klängen etwas ganz Eigenes entstehen zu lassen.

Ein fulminanter Saisonabschluß der Heubacher Hauskonzerte – und ein Abend, bei dem das Wohnzimmer zeitweise viel zu klein für so viel Klang und Energie schien.

Die schönen Bilder stammen wie so oft von Dieter Schäuble vom Hochrheinjournal.

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David Helbock: Klavier & more

Johannes Bär: Sousaphon, Tuba, Posaune, Trompete, Alphorn, Didgeridoo, Beatbox und Schlagzeug

Andreas Schweigl: Klarinette, Bassklarinette, verschiedene Saxophone und Flöten

Schaut euch gerne die grandiose und vor Witz sprühende Random/Control Version von Abdullah Ibrahim’s „African Marketplace“ an: