
Johanna Schneider & Luca Zambito bei Fräulein Linde’s Live Sessions
Jazzsängerin Johanna Schneider und Pianist Luca Zambito feierten ihr Duo-Debüt bei Fräulein Linde’s Live Sessions mit Liedern aus den Goldenen Zwanziger- und Dreißigerjahren. Mit viel Gespür für feine Zwischentöne und improvisatorischer Freiheit haben sie die Eleganz, Vielfalt und auch die gesellschaftskritischen Untertöne der Goldenen 20er eindrucksvoll aufleben lassen.
Das Programm spannte einen weiten Bogen von Friedrich Hollaenders Chansons Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre und Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt über Kurt Weills Mackie Messer und Eislers Vielleicht Lied bis zu Klassikern von Irving Berlin oder Billy Strayhorn. Auch Stücke wie Nur nicht aus Liebe weinen, Kann denn Liebe Sünde sein und Waldemar bekamen eine neue, überraschende Tiefe.
In einem der intensivsten Momente des Konzerts offenbart Johanna ihre poetische Seite: Bei ihrer Rezitation von Mascha Kalékos „Sei still“ wurde es im Saal mucksmäuschenstill – niemand wollte auch nur den leisesten Ton verpassen.
Ganz maßgeblich prägte Luca Zambito am Klavier mit seinem differenziertem, inspirierendem Spiel die klangliche Tiefe des Abends.
Zum Abschluss des Abends wählten die beiden eine sehr poetische Zugabe: „Der Mond ist aufgegangen“ – schlicht, zart und von besonderer Intensität. So lebendig und vielschichtig kann das musikalische Erbe der 1920er und 30er Jahre klingen, wenn es mit Neugier und Respekt neu erzählt wird. Das Konzert wirkte spürbar nach – noch Tage später erreichten uns Rückmeldungen, in denen Gäste ihre Gedanken zu den Themen und Texten des Abends teilten.
Die schönen Bilder sind von Sibylle und Chris Klos (mit Logo) und von Dieter Schäuble (ohne Logo).

















